
Nordkorea ist ein diktatorischer Staat, der seine Bevölkerung versklavt. Das Land ist isoliert und der oberste Führer des Landes, Kim Jong-un, ist für seine grauenhaften Regierungsmethoden bekannt. Die Menschen leben in Armut und Hunger und haben keine Möglichkeit zu fliehen. Journalisten dürfen die Staatsgrenzen nur unter strengen Auflagen passieren.
Fotos dürfen nur an ausgewählten Orten gemacht werden – Orte, die zuvor für die Weltöffentlichkeit vorbereitet und geschönt wurden. Der französische Fotograf und Journalist Eric Lafforgue hat es dennoch geschafft, heimliche Aufnahmen in Nordkorea zu machen. Die Bilder sind erschreckend und zeigen, wie es wirklich in dem Land aussieht. Wir zeigen 11 verbotene Fotos aus Nordkorea.
1. Buntes Pyongyang

Pyongyang ist die Hauptstadt von Nordkorea. Die Metropole wird immer wieder von Stromausfällen heimgesucht. Die Regierung hat deshalb an vielen Wolkenkratzern Solarzellen installiert. Dieses Bild zeigt einige dieser Häuser. Die Wolkenkratzer sind in bunten Farben gestrichen und geben der Stadt einen farbenfrohen Look. Von Nahem betrachtet ist das Leben in Pyongyang jedoch grau und trist.
Bilder wie dieses sollen dazu dienen, der Weltöffentlichkeit ein positives Bild von Nordkorea zu vermitteln. Die Wahrheit ist, dass Pyongyang zu weiten Teilen ausgestorben ist und viele Läden und Einrichtungen inzwischen geschlossen sind. 2021 herrscht im Land eine der größten Hungersnöte der letzten Jahre.
2. „Ich wurde gezwungen, dieses Bild zu löschen“

Nordkoreas U-Bahn-System ist das tiefste der Welt. Der Grund: der Subway in Nordkorea dient gleichzeitig als Bunker bei Bombenangriffen. Auf dem Bild sind zwei junge Damen zu sehen, die Hand in Hand die U-Bahn passieren. Auf der rechten und linken Seite sind die beiden U-Bahn-Linien zu sehen. Der Fotograf dieses Bildes dazu: „Ich wurde gezwungen, dieses Bild zu löschen, weil es Nordkoreas U-Bahn-Tunnel zeigt.“
Glücklicherweise hat der Fotograf das Bild heimlich außer Landes geschmuggelt. Es gibt Einblick in die militärischen Geheimnisse des Landes und macht deutlich, wie weit die Propaganda in der Diktatur reicht. Doch der Fotograf hat noch weitere Fotos gemacht.
3. Verkaufsstände

Nordkorea ist auch für die Armut seiner Bevölkerung bekannt. 60 Prozent der Nordkoreaner leben in Armut und verdienen weniger als 790 Dollar pro Kopf. Viele Menschen haben nicht genug zu Essen und müssen neben ihrer Arbeit noch einen Zweitjob annehmen. Dieses Bild zeigt ein nordkoreanischer Film hinter einem Verkaufsstand.
Die Familie verkauft Lebensmittel und Bedarfsartikel, um sich ein Zubrot zu verdienen. Viele der verkauften Waren wurden illegal ins Land geschmuggelt und dürften eigentlich gar nicht verkauft werden. Die armen Familien haben jedoch keine Wahl und schlagen ihre Verkaufsstände meist direkt neben der Straße auf. Selbst die Kinder müssen bereits fleißig mithelfen.
4. Leere Straßen

Viele Jahre lang wurden in Nordkorea ausschließlich Militärfahrzeuge produziert. Dies führte dazu, dass es heutzutage einen Mangel an Autos im Land gibt. Die Straßen in Städten wie Pyongyang sind oftmals komplett leer. Viele Kinder spielen mitten auf der Straße, weil so selten ein Auto vorbeifährt.
In den letzten Jahren nahm die Anzahl der Autos jedoch zu. Leider sind es vor allem die wohlhabenden Nordkoreaner, die sich ein eigenes Auto leisten können. Die gemeine Bevölkerung ist zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es vor allem in den größeren Städten. Der Fotograf hat dieses Phänomen auf diesem Bild abgelichtet.
5. Falsche Tatsachen

Nordkorea feierte vor kurzem seinen 50. Geburtstag. Der Journalist Lafforgue war während der Feierlichkeiten im Land und hat dieses Bild gemacht: Ein Badezimmer, in dem eine Wasserpumpe steht. Der Wohnungsbesitzer hat offenbar keinen Zugang zu frischem Wasser. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag von Nordkorea durften Journalisten einige ausgewählte Häuser betreten.
Das Haus, in dem dieses Bild gemacht wurde, war jedoch nicht dabei. Die Journalisten durften ausschließlich moderne, gut gepflegte Häuser begutachten, die mit der neuesten Technik ausgestattet waren. Der Staat verfolgt damit das Ziel, das Land von der besten Seite zu präsentieren. Mit der Wahrheit über die Zustände im Land nehmen es die Verantwortlichen leider nicht so genau.
6. Armut zeigen ist verboten

Arme Menschen in Nordkorea müssen ihre Armut verstecken. Es ist nicht erlaubt, der Weltöffentlichkeit oder anderen Nordkoreanern die Wahrheit über die Probleme im Land zu zeigen. Gleichzeitig ist auch verboten, Reichtum zur Schau zu stellen. Damit sollen Unruhen im Land vermieden werden.
Dieses Bild zeigt einen teuren Luxuswagen, der einem Staatsdiener gehört. Der Journalist Lafforgue hat ihn in einem Park in Pyongyang entdeckt. Die Staatsdiener haben währenddessen ein Fest im Park gefeiert, doch ihr teurer Wagen stand einige Meter abseits auf einem bewaldeten Weg. Selbst die Mächtigsten im Land können es sich nicht leisten, mit ihrem Reichtum zu protzen.
7. Ausruhen

Dieses Bild zeigt eine Gruppe von Nordkoreanern, die neben der Straße eine Pause einlegen. Die Menschen sind arm und meistens zu Fuß unterwegs. Nur die wenigsten können sich ein Fahrrad leisten. Die Blicke der Menschen sprechen Bände. In den Gesichtern spiegeln sich Erschöpfung und Unbehagen. Auch wer kein Nordkoreanisch spricht, sieht die Ausweglosigkeit in den Augen der Menschen.
Die Bevölkerung des Landes hat wenig Hoffnung auf Besserung und muss immer wieder mit Hungersnöten und Propaganda kämpfen. Viele Nordkoreaner versuchen über die Grenze zu fliehen, doch dieses Unterfangen ist lebensgefährlich, denn wer sich erwischen lässt, muss mit vielen Jahren Arbeitslager und Gefängnis rechnen.
8. Ins Land geschlichen – neun Wochen in Einzelhaft

Dieses Bild wurde von einem US-amerikaner namens Miles aufgenommen. Der Mann schlich sich 2015 heimlich über die Grenze nach Nordkorea, indem er den Yalu River überquerte. Er wurde wenig später von der Nordkoreanischen Grenzpolizei aufgegriffen und verhaftet. Miles verbrachte neun Wochen in Haft, bevor er freigelassen wurde. Jeder, der sich heimlich in das Land schleicht, muss mit schweren Konsequenzen rechnen.
Journalisten werden verhaftet, verhört und oft auch gefoltert. Der nordkoreanische TV-Journalist Song Keum-chul befindet sich seit 25 Jahren in Haft, weil er die Methoden der Regierung öffentlich gemacht hat. Auch wegen dieses schrecklichen Falls hat die Organisation Human Rights Watch das Land dazu aufgefordert, inhumane Verhörmethoden einzustellen.
9. Gruppenarbeit

Auf diesem Bild ist ein Bus zu sehen, der liegengeblieben ist. Die Männer gehen gemeinsam ans Werk und wollen den Bus wieder anschieben. Einer der wichtigsten Werte in Nordkorea ist Gemeinschaft. Zusammenhalt in der Bevölkerung wird aber nicht erwünscht. Für die Mächtigen ist es nur wichtig, diese Werte nach außen hinzuzeigen.
Die Weltöffentlichkeit soll denken, dass die Nordkoreaner ein einiges Volk ist, welches voll hinter den Regierenden steht. Dieses Bild ist aber kein Fake, sondern tatsächlich so passiert. Die Menschen in Nordkorea haben gar keine andere Wahl, als sich gemeinsam ans Werk zu machen. Anders würde sie in dem diktatorischen Regime gar nicht überleben.
10. Studieren

Der Journalist Lafforgue hat sich auch die Bildungseinrichtungen in Nordkorea angesehen. Auf diesem Bild ist eine Universität in Pyongyang zu sehen. Die Studierenden sitzen vor Röhrenmonitoren, während im Hintergrund Bilder von den wichtigsten Politikern des Landes an der Wand hängen. Die Studierenden sind immer im Blick der Regierung, denn Privatsphäre gibt es im Land so gut wie gar nicht.
Das Bild ist eines der wenigen, welches Einblicke in das Bildungssystem Nordkoreas gibt. Laut Regierungsberichten sind die Bürger des Landes sehr gebildet, doch Fakt ist, dass Einrichtungen wie diese nur den Reichen vorbehalten sind. Wer arm ist, hat in Nordkorea deutlich weniger Möglichkeiten.
11. Das echte Leben in Nordkorea

Die westliche Welt sieht von Nordkorea nur die bunten Wolkenkratzer, die gepflegten Universitäten und die modernen Wohnungen. Das echte Leben im Land sieht jedoch ganz anders aus. Dieses Bild zeigt eine Reihe von Nordkoreanern, die in einem Ghetto außerhalb von Pyongyang leben. Die Menschen führen ein Dasein in Armut und Hunger.
Das Bild zeigt niedergeschlagene Gesichter, in denen sich Hoffnungslosigkeit spiegelt. Journalisten wie Eric Lafforgue sind Helden, die die wahren Geschehnisse in Nordkorea aufdecken. Oftmals bezahlen sie dafür mit ihrer Freiheit oder sogar ihrem Leben. Doch es ist eine Aufgabe, die getan werden muss, um der grausamen Diktatur endlich ein Ende zu machen.